12 Tipps, um Erkältungen bei Kindern zu lindern
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12 Tipps, um Erkältungen bei Kindern zu lindern

Husten, Schnupfen, Hals- und Ohrenweh – Grippale Infekte bei Kindern sind besonders lästig, lassen sich aber oft leider nicht vermeiden. Unsere praxisnahen Tipps helfen, Erkältungen bei Kindern vorzubeugen und die Beschwerden zu lindern, wenn es sie doch erwischt hat. 

Es passiert ja ständig vor Weihnachten. Erstes Kind krank, zweites Kind krank, Papa krank, Mama krank. Meistens auch genau in dieser Reihenfolge. Und im schlimmsten Fall alle gleichzeitig. Den 24. Dezember, als ich mit unserer 3jährigen Tochter ins Krankenhaus fuhr, werde ich wohl so schnell nicht vergessen. Der Grund für das hohe Fieber war Gott sei Dank eine vergleichsweise harmlose Mittelohrentzündung, aber die Aufnahme war voller Kinder. Stellt sich die Frage: Warum gibt es diese klassische Erkältungszeit überhaupt?

Warum werden im Herbst / Winter alle Kinder krank?

Es geht nicht nur den Kindern so, auch bei den Erwachsenen sind Herbst und Winter die Jahreszeiten der Erkältungen. Dass Kindergärten und Schulen dann oft halbleer sind, hat mehrere Gründe:

  • Im Winter lässt die trockene Luft in beheizten Räumen die Schleimhäute schneller austrocknen, die dadurch anfälliger für Krankheitserreger werden.
  • Rhinoviren, die für einen Großteil der typischen Erkältungskrankheiten verantwortlich sind, vermehren sich bei niedrigen Temperaturen besonders rasch. 
  • Starke Temperaturschwankungen zwischen drinnen und draußen belasten das Immunsystem (dies gilt auch im Sommer für klimatisierte Räume).
  • Kalte Hände und Füße werden weniger durchblutet, wodurch die Immunzellen nicht mehr so effektiv zirkulieren können.
  • Frisches Obst und Gemüse sowie Sonnenlicht auf der Haut sind in der dunklen Jahreszeit Mangelware, was die ausreichende Versorgung mit Vitaminen erschwert.

So könnt ihr Schnupfen, Husten und Co. vorbeugen

Tägliche-Bewegung-an-der-frischen-Luft-stärkt-das-Immunsystem

Das Um und Auf, um Erkältungen und grippalen Infekten vorzubeugen, ist ein starkes Immunsystem. Unsere Abwehrkräfte werden aber leider nicht über Nacht unbesiegbar, sondern müssen für das „Endgame“ zwischen November und März am besten schon das ganze Jahr über auf Vordermann gebracht werden. Natürlich hängt ein gut funktionierendes Immunsystem auch von den Genen und gefühlt 1000 weiteren Faktoren ab. Folgende Tipps können aber dennoch unterstützen, die körpereigene Abwehr zu stärken und Infekten vorzubeugen:

Das ganze Jahr über Immunsystem stärken

  • Tägliche Bewegung an der frischen Luft, egal bei welchem Wetter
  • Ausgewogene Ernährung mit vitaminreicher Kost (wenig Zucker und Fleisch, viel Obst und Gemüse)
  • Viel Trinken, idealerweise 1 Liter pro Tag, stilles Wasser, stark verdünnten Fruchtsaft oder Kräutertee ständig zur Verfügung stellen und immer wieder anbieten
  • Stressabbau durch gemeinsames Spielen und Lachen
  • Im „Dreck“ spielen – in Erde, Laub, Sand, Blättern und auf Tieren leben unzählige „gute“ Mikroben, die sich ebenfalls positiv auf die Entwicklung des Immunsystems auswirken

Speziell in der Erkältungszeit Infekte vermeiden

  • Regelmäßiges und gründliches Händewaschen mit Wasser und Seife, sobald man nach Hause kommt und vor dem Essen (verringert Studien zufolge die Erkältungshäufigkeit um bis zu 50%)
  • Niesen und Husten nicht in die Hand, sondern die Armbeuge (80% der Keime werden über die Hände übertragen)
  • Mehrmals täglich Stoßlüften oder nasse Tücher aufhängen, um die trockene Heizungsluft zu befeuchten
  • Entspannungspausen mit Kuscheln und Lesen und ausreichend Schlaf (bei Kindern unter 10 Jahren zwischen 10 und 12 Stunden pro Nacht)
  • Unterstützend Vitaminpräparate geben, wie z.B. Immun44-Saft
  • Jahreszeiten-adäquate Kleidung, aber nicht so warm anziehen, dass man draußen schwitzt

Unsere 12 Tipps: Wenn die Erkältung doch zuschlägt…. 

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Je jünger die Kinder, desto mehr leiden sie unter ständigem Hustenreiz, einer verstopften Nase oder schmerzenden Ohren. Unruhige Nächte rauben jetzt der gesamten Familie den Schlaf und kosten gerade oft in der stressigen Vorweihnachtszeit den letzten Nerv. Damit die Erkältung erträglich bleibt und rasch wieder vorbei ist, können neben entsprechenden Medikamenten auch die folgenden Maßnahmen helfen.

Was hilft Kindern bei Schnupfen und Husten?

  • Zwiebel direkt neben dem Bett – die ätherischen Öle wirken schleimlösend, entzündungshemmend und antibakteriell; die Auflage von warmen Zwiebel-Päckchen lindert auch die Schmerzen bei Mittelohrentzündung
  • Unter den ätherischen Ölen helfen auch Lavendel oder Eukalyptus, die Atemwege zu befreien – ein paar Tropfen auf einem Taschentuch neben dem Bett oder die Waden damit einölen
  • Nach dem Naseputzen Hände waschen
  • Taschentücher nur einmal verwenden und gleich danach entsorgen
  • Mit Polstern oder Aktenordnern das vordere Ende der Matratze und damit den Kopf hochlagern, damit die Nase frei wird und sich Schleim leichter abhusten lässt
  • Zwiebel-Sirup, Thymian-Tee mit Honig oder entsprechender Hustensaft aus der Apotheke verflüssigen den Schleim und lindern den Hustenreiz
  • Schleimlösende Hustenmittel nicht mehr nach 16 Uhr geben, da das Husten den Schlaf beeinträchtigen kann
  • Inhalieren mit Kochsalzlösung oder Kamillenblütentee (für Kinder ist das Inhalieren über dem Kochtopf zu gefährlich, besser sind spezielle Vernebler, z.B. der Pariboy)

Was hilft Kindern bei Fieber?

  • Wadenwickel mit warmen Tüchern, aber nur wenn die Füße nicht kalt sind
  • Viel trinken, z.B. schweißtreibende oder fiebersenkende Tees aus Lindenblüten, Haselkätzchen, Holunderblüten oder Mädesüß
  • Keine Anstrengung, stattdessen Bettruhe so gut es geht
  • Frische und feuchte Luft durch häufiges Lüften (die Luftfeuchtigkeit sollte zwischen 45% und 50% liegen)
  • Ausflüge nach draußen vermeiden, da der Temperaturwechsel für den Körper Stress bedeutet
  • Und natürlich die kleinen Patienten mit viel Aufmerksamkeit, Vorlesen und Kuscheln verwöhnen

Achtung! Fieber ist wichtig, um den Infekt zu bekämpfen und sollte daher nur wenn unbedingt nötig gesenkt werden (bei über 39°C bzw. je nachdem, wie sehr das Kind leidet).

Diese Tipps sind nur Empfehlungen und ersetzen keinesfalls den Besuch beim Arzt oder in der Apotheke! Wenn die Beschwerden nach 2 Tagen noch nicht abgeklungen sind oder sogar schlimmer werden, ist der Gang in die Praxis zwingend notwendig! Ebenso bei ständiger Appetitlosigkeit, Wesensveränderung oder wenn bei Kindern unter 1 Jahr Fieber auftritt, muss die Ursache dafür unbedingt ärztlich abgeklärt werden!

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Bibi F.
Bibi F.
Früher waren es Kundenprojekte - nun begleite ich das tägliche Chaos mit zwei Kindern zwischen Kampfansagen und Kuschelattacken. Vom klassischen Erziehungs-Gedanken habe ich mich längst verabschiedet. Als Berufs-Bloggerin schreibe ich mir im gnadenlos ehrlichen Familienblog Erfahrungen, Einfälle und Emotionen von der Seele.

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