Nach der Schwangerschaft Wunschgewicht erreichen – aber wie?
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Nach der Schwangerschaft Wunschgewicht erreichen – aber wie?

Eigentlich geht es auf unserem Blog um den entspannten Alltag und liebevollen Umgang mit Kindern, aber dieses Thema wurde bereits so oft und von so unterschiedlichen Seiten an mich herangetragen, dass ich beschlossen habe, einen Artikel über Wunschgewicht nach der Schwangerschaft (und Wunschgewicht allgemein) zu verfassen.

Vor allem auch deshalb, weil ich die Geldmacherei mit falschen Versprechen über unsinnige Produkten zu überteuerten Preisen nicht mehr aushalte.

Erfolgreich abnehmen – und zwar kostenlos

Achtung! Ich verrate euch jetzt das ultimative Geheimnis, wie ihr unerwünschte Kilos los werdet! Und dazu müsst ihr euch nirgends registrieren, kein Endlos-Video anschauen, keinen Newsletter abonnieren oder sonstigen Vertrag abschließen – und schon gar nichts dafür bezahlen! Denn es ist total einfach!

Ich will niemandem zu nahe treten, aber: Vergesst, was euch von der Werbung auf Facebook und Instagram oder von diversen Influencern mit Model-Maßen eingeredet wird! Ihr braucht weder Tabletten, noch Pulver, noch Protein-Shakes, ihr braucht keine Diäten, keine Sportstunden und keine Fett-weg-Trainings! Und schon gar keine Plastik-Wickel, Wärme-Behandlungen, Hautstraffungs-Cremes und was weiß ich, was es da schon alles gibt.

Wenn ihr davon schon etwas ausprobiert habt, und es hat geholfen, schön für euch, aber aus meiner Sicht ist das – sorry – reine Geldmacherei! Denn wenn man damit wieder aufhört, sind die unerwünschten Fettpölsterchen oft im Nullkommanix wieder da. Jojo-Effekt lässt grüßen!

Und jetzt kommts, das ultimative Geheimnis: Alles, was ihr braucht, ist Kopfrechnen. Und zwar Plus und Minus. Um abzunehmen, muss euer Körper nämlich mehr Energie (also Kalorien) verbrennen, als er aufnimmt. Das ist alles.

Wenn ihr viele Kalorien aufnehmt (also viele Kohlenhydrate, Fett und Zucker esst), müsst ihr viel Bewegung machen, um diese wieder loszuwerden. Ansonsten speichert der Körper diese überschüssige Energie nämlich in Form von Fettzellen. Das fiese daran ist: Unser Körper belohnt uns für die Aufnahme von kalorienreicher Nahrung, indem er Glückshormone ausschüttet. Deshalb fühlen wir uns besser, wenn wir Schokolade essen (vom schlechten Gewissen vielleicht mal abgesehen).

Warum fühlen wir uns gut, wenn wir Süßes essen?

Unser Organismus stammt noch aus der Steinzeit, wo die Menschen jede Kalorie hart erarbeiten mussten, um zu überleben. Wenn es da mal Mammut zum Abendessen gab oder süße Beeren und Getreide gerade reif waren, signalisierte unser Stammhirn: Bitte ordentlich zulangen, die nächste Hungersnot kommt bestimmt.

Deshalb lieben wir Kohlenhydrate, Fett und Zucker – oder Kuchen, Chips und Vanillekipferl, die genau die richtige Mischung daraus aufweisen. Ja, wir sind regelrecht süchtig danach und greifen ständig zu diesen Dingen. Vor allem wenn es uns schlecht geht, ist dies einer der einfachsten Wege, Glückshormone zu ernten.

Denn unser Stammhirn sendet diese Belohnung für die Aufnahme „nahrhafter“ (also energiereicher) Lebensmittel weiterhin freudig in unsere Blutbahn. Es weiß ja nicht, dass Limonade, Fleisch, Brot und Nudeln mittlerweile am laufenden Band im Supermarkt oder nur ein paar Schritte entfernt in der Küche lauern. Jeden Tag des Jahres. Rund um die Uhr. Ohne karge Winter. Ohne anstrengende Kämpfe mit Mammuts. Und ohne stundenlange Märsche auf der Suche nach Beeren und Wurzeln.

Ergo: Es fehlt der Ausgleich! Wir sitzen nur herum, essen aber oft immer noch so viel, wie die Nomaden der Steinzeit. Und dann sind wir wieder beim Plus-Minus-Rechnen. Wenn wir viel futtern, aber gleichzeitig kaum etwas verbrennen – tja….

Soweit der Mini-Exkurs in die (noch fehlende) Evolution unserer Ernährung.

Noch ein Wort zu Diäten

Ich halte überhaupt nichts davon! Diäten sind künstlich erzeugte Hungersnöte, die aus meiner Sicht den Körper nur stressen. Gesund abnehmen kann man so nicht. Will man Kilos verlieren und dauerhaft sein Wunschgewicht halten, geht es nicht darum, sich wochenlang zu kasteien, sondern um eine Umstellung der Ernährungs- und oft sogar Lebensgewohnheiten.

Hungersnöte zum Abnehmen funktionierten nur in der Steinzeit! Oder nach einer Dürreperiode. Oder nach dem Krieg. Weil es da auch WIRKLICH nichts zu essen gab. Wir sind heute ständig umgeben von Kalorienbomben. Wenn wir beim Einkaufen den süßen Versuchungen vor unserer Nase erfolgreich widerstehen konnten, dann wünscht sich die Familie ständig Pizza oder die Arbeitskollegen bringen Schokolade mit. Das grenzt ja an Masochismus!

Denn das Stammhirn kommuniziert uns in Dauerschleife: Nimm es, du stirbst sonst! Zuerst flüstert es nur, schließlich beginnt es zu drängen und irgendwann schreit es so laut, dass es beim Einschlafen sogar den knurrenden Magen übertönt. Und dann sitzen wir um Mitternacht vor dem Kühlschrank und schämen uns in Grund und Boden, weil wir gerade mal wieder einer Heißhungerattacke erlegen sind. Und verfluchen unser Stammhirn. Dabei kann es gar nichts dafür! Es wollte uns lediglich vor dem Verhungern retten – so wie es seine Aufgabe ist!

Kinder sind die besten Kalorienfresser!

Mein Credo ist seit Jahren (mittlerweile schon seit Jahrzehnten, huiuiui): „Ich mache viel Bewegung, damit ich essen kann, was ich möchte.“

Und dies gilt übrigens nicht nur fürs Wunschgewicht nach der Schwangerschaft, sondern auch vor der Schwangerschaft und ganz generell und überhaupt!

Vor den Kindern habe ich regelmäßig Sport getrieben. Ich war 3x pro Woche laufen und habe mich jede Woche im Fitnesscenter oder auf dem Mountain-Bike verausgabt. Ich habe damit genug Energie verbraucht, um mein Gewicht zu halten. Und konnte damit problemlos und komplett ohne schlechtes Gewissen regelmäßig Spaghetti und Schoko-Muffins mampfen.

Mit den Kindern kam die Panik: Oh nein, keine Zeit mehr für Sport! Das wird man bald merken…

Denkste! Die Kids forderten mich erst so richtig! Im ersten Jahr halfen sie mir noch, Kalorien loszuwerden, indem sie mich im wahrsten Sinne des Wortes aussaugten. Das war die einzige Zeit in meinem ganzen Leben, in der ich eine ganze Pizza auf einmal verdrücken konnte. Kein Wunder, ein 5 Monate altes Baby futtert auch schon mal bis zu 500 Kilokalorien an Muttermilch.

Danach gings los mit Hinterherklettern auf dem Spielplatz oder Fangen spielen. Außerdem schleppte ich sie die ganze Zeit herum und zum Essen kam ich auch kaum. Mittlerweile sind wir bei Wandern, Radfahren, Rollerfahren und Fußballspielen angelangt und ich merke langsam, dass die Kondition meines fast 7jährigen deutlich besser wird als meine!

Die gesamte Zeit hatte ich ÜBERHAUPT kein Bedürfnis nach Sport. Ich machte auch so nebenbei genug Bewegung. Und meine Waage zeigt heute genauso viel an, wie vor den Kids.

So, soviel zu mir. Und nun noch ein paar handfeste Tipps, die euch hoffentlich helfen, euren Körper ebenfalls bald nur noch mit einem zufriedenen Lächeln im Spiegel zu betrachten.

Tipps, um mehr Kalorien zu verbrennen

  • Stillen verbrennt je nach Alter des Kindes und Menge an Beikost bis zu 1000 Kilokalorien. TÄGLICH! Kein Wunder, dass ich bei der gewaltigen Hilfe eine ganze Pizza schaffte! Und sorry, liebe Männer, dieser Trick gehört uns! 🙂
  • Bewegung in den Alltag einbauen! Vor allem mit kleinen Kindern hat man wenig Zeit für gezielte Workouts oder gar Sportstunden. Deshalb nutzt Mini-Trainings: Kniebeugen oder Beinheben beim Zähneputzen, 3 Minuten planken vorm Duschen (wirkt Wunder für eure Core Stability) oder 2 Straßen vor dem Kindergarten parken und dann die letzten Meter noch gehen. Oder noch besser:
  • Macht das Spiel mit euren Kindern zum Workout! Klettern, Stop-Tanz, Fangen, Versteinern, Fußball oder beginnt mit Rollerfahren. Ich bin beim ersten Mal fast gestorben, als ich nach der ersten Ausfahrt mit meinem neuen Flitzer hinter meiner 4jährigen Tochter her hechelte. Kinder bewegen sich total gerne – macht einfach mit! Die Kids freuen sich – und euer Körper auch!
  • Trainiert eure Muskeln! Je größer eure Muskelmasse, desto mehr Energie benötigt ihr (der Grundumsatz steigt) und desto mehr Kalorien verbrennt ihr demnach. Auch hier braucht ihr weder Kraftkammer, noch Fitnesstrainer. Schnappt eure Kids und werft sie durch die Luft. Oder tragt sie Huckepack den Hügel hinauf. Balanciert mit ihnen auf Baumstämmen und Wackelbrettern (ideal für die Tiefenmuskulatur). Wenn man außerdem bedenkt, was man mit Kids immer alles mitschleppen muss (von der Schultasche bis zum Fahrrad), wächst der Bizeps nahezu von selbst!
  • Wer Zeit hat natürlich: Treibt gezielt Sport! Wie und welchen, schreibe ich hier jetzt nicht, das würde echt zu weit führen. Nur so viel: Joggen, Walken oder Schwimmen eignen sich besonders gut zum Abnehmen.

Tipps, um weniger Kalorien aufzunehmen

  • Kauft keine ungesunden Snacks mehr. Punkt. (Sind e viel zu teuer.)
  • Kocht gesund, kocht (großteils) vegetarisch und esst euch davon satt. Reis mit Gemüse ist so ein Klassiker. Oder Kartoffeln mit Ei und Spinat. Oder Haferflocken mit Obst. Davon hab ich oft einen ganzen Topf voll gegessen. Und es war egal. Ich gebe hier absichtlich keine Rezepte zum Besten. Da gibt es tausende andere Plattformen dafür. Wenn ihr doch eines von mir wollt, bitte einfach melden.
  • Verwendet frische, regionale Lebensmittel und meidet Fertigprodukte. „Je länger die Zutatenliste, desto schlechter“ ist eine gute Faustregel, denn viele zugesetzte Stoffe in einem Produkt deuten auf stark verarbeitete Lebensmittel hin, die so gut wie immer Industrie-Zucker oder andere Dickmacher enthalten.
  • Haltet Abstand von so genannten leeren Kalorienträgern. Die liefern zwar Energie, aber sonst kaum Vitamine oder Mineralstoffe und deshalb erwischt man davon oft viel zu viel davon. Weißbrot oder Bier sind Parade-Bespiele dafür. Mit der Zeit (leider erst nach einigen Monaten) wird euer Körper Lebensmittel bevorzugen, die viele wertvolle Nährstoffe enthalten. Dann wird euch Gemüse abgehen, wenn ihr ein paar Tage lange keines esst. Echt jetzt!
  • Reduziert die Versuchungen. Gerade am Anfang einer Ernährungsumstellung schreit das Stammhirn nach kalorienreicher Nahrung. Weil es diese gewohnt ist. Und es fürchtet, dass vielleicht doch eine Hungersnot kommt. Deshalb: Esst euch wirklich immer satt! Wer ständig Hunger hat, kann zu einer Packung Chips noch weniger NEIN sagen. Achja, und wer von „gesundem“ Gemüse einfach nicht satt wird, esst Kartoffeln oder Reis dazu, oder wenns sein muss auch Brot oder Nudeln. Aber Vollkorn – damit es kein leerer Kalorienträger ist und schneller satt macht. (Als Vegetarierin empfehle ich hier kein Fleisch, aber wenn euch ein Bio-Schnitzel hilft, auch recht.)

Und noch ein Hinweis zum Schluss für alle panischen Neu-Mamas: Wenn ihr vor der Schwangerschaft fit wart und eure Traumfigur hattet, werdet ihr diese auch als Mama wieder haben! Es dauert unter Umständen nur ein paar Monate.

Ich war bereits zwei Wochen nach der Geburt meines zweiten Kindes wieder auf demselben Gewicht wie vor meinen beiden Schwangerschaften, bei anderen Müttern dauert es etwas länger. Aber nach allerspätestens einem Jahr sind die Spuren des Babybauchs komplett verschwunden. Und mittlerweile (nach fast 7 Jahren) ist sogar die Narbe vom Kaiserschnitt nicht mehr sichtbar.

Disclaimer

Zum Schluss möchte ich nochmals betonen: Ich bin keine Ernährungswissenschaftlerin, kein Fitnesscoach und habe auch nicht Diätologie studiert. Ich schreibe hier sehr oberflächlich, rein aus Erfahrung und aufgrund von Recherche. Und es gibt wahrscheinlich tausend Leute, die es besser wissen.

Falls ich hier Blödsinn verzapft habe, bitte mich zu korrigieren. Und falls ihr unter euren Kilos leidet und ihr keine Möglichkeit seht, euer Wunschgewicht zu erreichen, wendet euch an euren Arzt, Fitness-Coach oder Ernährungsberater. Denn jeder Mensch ist unterschiedlich. Was in einem Fall hilft, bringt in einem anderen genau gar nichts.

Hier noch ein paar hilfreiche Links zum Weiterlesen:

https://eatsmarter.de/
https://nutritionfacts.org/
https://www.fitforfun.de/
https://www.gesundheit.gv.at/leben/ernaehrung.html
https://www.geo.de/wissen/gesundheit/22488-rtkl-gewicht-reduzieren-was-sport-zum-abnehmen-wirklich-beitraegt

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Bibi F.
Bibi F.
Früher waren es Kundenprojekte - nun begleite ich das tägliche Chaos mit zwei Kindern zwischen Kampfansagen und Kuschelattacken. Vom klassischen Erziehungs-Gedanken habe ich mich längst verabschiedet. Als Berufs-Bloggerin schreibe ich mir im gnadenlos ehrlichen Familienblog Erfahrungen, Einfälle und Emotionen von der Seele.

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